Sonntag, 12. Juni 2011

Haut ab, ihr stinkt!

Im Fachjargon nennt man es Duftmarketing. Ich sage dazu Belästigung.

liegt da irgendwo ein totes Tier?

An meinem Arbeitsweg liegen drei Backshops. Zwei davon versuchen durch Beduftung der Passanten Kunden zu gewinnen. Kann auch sein, dass sie nur die Abluft ihrer Öfen in die Umwelt blasen, das jedoch spräche Bände über die Qualität der dort verkauften Teilchen. Das Ergebnis ist jedenfalls, dass ich dort stets mit angehaltenem Atem vorbeihaste. Besonders morgens, wenn sich Kreislauf und Magen noch nicht völlig stabilisiert haben, sind die Gerüche unaushaltbar.

Der ersten Backshop verbreitet einen eher süsslichen Gestank. Etwa in der Art, wie er einem hin und wieder auf Spaziergängen im Wald begegnet, wo man, wenn die Geruchsquelle ausfindig gemacht ist, eine verwesendes Kaninchen findet.

Der zweite Bachshop verfolgt mit seinem Duftmarketing eine andere Strategie. Das Sortiment besteht dort zu einem guten Teil aus käseüberbackenen und/oder formschinkenwürfelbelegten Backwaren. Konsequenterweise müffelt es dort nach mehrfach gesättigten Fettsäuren. Ein Duftreiz, mit dem eine Reaktion des Stammhirns getriggert werden soll, die noch aus der Vorsteinzeit konditioniert ist. Für die Menschen damals im Pleistozän war jede Fettquelle überlebenswichtig. Heute ist das einfach nur noch Bäh.

Zusammengefaßt: Wer so plump zu manipulieren versucht, verkauft an mich keine Brötchen.